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Australien-Panorama

Australien Fauna

Dank der isolierten Lage Australiens sind einige eigenartige Urformen der Fauna erhalten geblieben. In Australien kommen so viele seltene Tiere vor, dass man sich wundert, mit welcher Selbstverständlichkeit diese vielerorts gesehen und beobachtet werden können.

Fauna allgemein

Känguru Am bekanntesten sind die Kängurus (Kurzform "Roos"), von denen es 45 Arten gibt, sie gehören zur Gattung der Beuteltiere. Die unterschiedlich großen Känguruarten haben sich den unterschiedlichsten Lebensverhältnissen in optimaler Weise angepasst. Bei allen Arten werden die Jungen in einem embryonalen Zustand geboren. Das 3-8 cm große Junge wird unvollständig entwickelt geboren und wird 8 Monate lang an einer Zitze im Brustbeutel der Mutter ernährt. Das Känguru ist neben dem Emu das Wappentier auf der Flagge des Commonwealth. Die kleinsten sind die Externer Link Kängururatten von nur etwa 23 cm Größe, die größten die Roten Riesenkängurus, die bis zu 2 m groß werden und 9 m weit springen können.

Eine eigene Gruppe stellen die Wallabies mit einer Größe von 45 cm bis 1,20 m dar. Daneben gibt es die Baumkängurus, die auf Bäumen leben, auf dem Boden aber auf Nahrungssuche gehen. Die Kängurus können in freier Wildbahn in der Morgen- und Abenddämmerung am besten beobachtet werden, oft auch auf Campingplätzen der Nationalparks, wo sie ihre Menschenscheu teils völlig verloren haben.

Tip:
Nachtfahrten außerhalb von Städten sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da Kängurus magisch vom Licht der Scheinwerfer angezogen werden und dann unvermittelt im Kühler landen. Das gleiche gilt für weidendes Vieh. Die Aussies montieren deshalb so genannte Roo-Bars oder Bill-Bars als zusätzliche Stoßstange an ihre Autos.

Koala Der Koala ist trotz seines Aussehens kein Bär, sondern auch ein Beuteltier. Es gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Tieren Australiens. Das Wort "Koala" stammt von den Aborigines und bedeutet soviel wie "kein Wasser". Koalas trinken wirklich nur sehr wenig Wasser und dösen die meiste Zeit des Tages in den Eukalyptuswäldern des Landes. Die Eukalyptusblätter stellen die bevorzugte Nahrungsquelle dar und sollen eine narkotisierende Wirkung haben. Koalas verlassen die Bäume nur selten und sind durch ihre Krallen gute Kletterer. Die Zahl der bis zu 60 cm großen Tiere ist nur schwer abzuschätzen, soll aber bei rund 400.000 liegen.
Ihr allgemeiner Gesundheitszustand gibt Anlass zur Sorge. Rund die Hälfte (in manchen Gebieten bis zu 80%) ist von der Infektionskrankheit Chlamydia befallen. Durch sie können die Tiere erblinden oder zeugungsunfähig werden. In Koalakliniken (z.B. Port Macquarie) versucht man, kranken und angefahrenen Koalas zu helfen. Das "Nationalmaskottchen" Koala leidet außerdem am Rückgang seines natürlichen Lebensraums, den Eukalyptuswäldern. In anderen Gebieten, z.B. auf Kangoroo Island (Südaustralien), treten Überpopulationen der Koalas auf und gefährden durch ihren ungezähmten Blätterhunger (durchschnittlich 1 kg pro Tag) den Bestand der Eukalyptusbäume.

Ein weiteres Beuteltier ist der Wombat. Die vorwiegend in Westaustralien lebenden Tiere werden bis zu 1 m lang und sind wegen ihrer Wühltätigkeit bei Farmern verhasst. Tasmanische Teufel, ebenfalls Beuteltiere, sind Fleischfresser und sehen aus wie kleine schwarze Hunde. In vielen Zoos des Festlandes und auf Tasmanien können sie beobachtet werden. Dagegen ist der Tasmanische Tiger (oder Beutelwolf) ausgerottet, wenn auch in tasmanischen Urwäldern immer wieder welche gesehen werden sollen.

Possums (oder auch Opossums) sind Kleinbeuteltiere, die vorwiegend und in vielen Arten auf Bäumen leben und wegen ihres Fells (Adelaide Chinchilla) gejagt werden. Wegen ihrer starken Vermehrung und Pflanzenfresslust sind sie höchst unbeliebt.
Weitere kleine Beuteltiere, wie z.B. das nachtaktive Numbat, bekommt man in freier Wildbahn kaum zusehen. Sie sind, wie viele andere Kleintiere (Insekten, Eidechsen) vom Aussterben bedroht - ein Opfer eingeführter Tierarten wie Katzen und Füchse.

Der flugunfähige Emu, das zweite Wappentier Australiens, gleicht dem afrikanischen Strauß. Die schnellaufenden Tiere werden bis zu 1,60 m groß und leben vorwiegend in den trockenen Savannen Australiens. Eine farbenfrohe Unterart der Emus ist der Kasuar (Cassowary), der nur noch selten in den Regenwäldern im Norden vorkommt. Bei beiden Arten übernimmt das Männchen die Aufzucht der Jungen.

In der Tierwelt einzigartig ist das Externer Link Schnabeltier (Platypus). Die scheuen Tiere kommen in Flüssen und Seen Ostaustraliens, Tasmaniens und auf Kangoroo Island vor. Kennzeichen sind der entenartige Schnabel, Krallen mit Schwimmhäuten und ein seehundartiges Fell.

Der australische Windhund ist der Dingo, der vermutlich von den Ureinwohnern nach Australien eingeführt wurde. Im laufe der Jahre wurde er immer weiter in das Landesinnere zurückgedrängt. Er kann nicht bellen und ist meist recht scheu. Manchmal beobachtet man ihn auf Campingplätzen beim durchstöbern von Abfalleimern. Der Dingo kommt in New South Wales und im südlichen Südaustralien auf Grund des Dingo-Zaunes nicht vor. Der Zaun mit einer Länge von 9.600 km soll die Schafzucht im Süden schützen - ein Nebeneffekt ist aber auch, dass hier eine vergleichsweise reiche Tierwelt mit einheimischen Tierarten bewahrt werden konnte. Sein Nicht-Vorhandensein hat beispielsweise auch Tasmanien und Kangoroo Island eine reiche Tierwelt an einheimischen Gattungen bewahrt.

Zu den in Australien lebenden Reptilien gehören zwei Krokodilarten, von denen die kleinere, das Australienkrokodil, in den Süßgewässern des Binnenlandes lebt. Das größere Leistenkrokodil ist in den Sumpf- und Mündungsgebieten an der Nordküste heimisch und kann eine Körperlänge von sechs Metern erreichen. Es kann für den Menschen gefährlich werden, und einige Menschen wurden bereits von dieser Art getötet. Zu den zahlreichen Echsenarten gehören Geckos, Skinke, Agamen und Warane, darunter auch der Riesenwaran. Ferner umfasst die australische Fauna 100 Arten von Giftschlangen, von denen die gefährlichsten der im Norden des Landes heimische Taipan und die Todesotter sind. Die Tigerotter, der Kupferkopf und die Schwarzotter sind weitere Giftschlangen.

Die farbenprächtige australische Vogelwelt ist einmalig. Einer der bekanntesten Vögel ist der "lachende Hans", der Kookaburra. Mit seinen typischen Lauten bleibt er dem Besucher lange im Gedächtnis. Der Leierschwanz, ein Laufvogel, ist als guter Stimmenimitator berühmt. Es gibt über 300 Papageienarten, die in großen Schwärmen und in allen Farben sogar in den Städten die Bäume bevölkern. Die häufigste Art sind die Wellensittiche und die Kakadus. Der schwarze Kakadu ist selten, kann aber mit etwas Glück auch in der freien Wildbahn beobachtet werden. Nicht zu vergessen ist daneben die Vielzahl an Wasservögeln, Pelikanen und Schwänen in den Küstenregionen. Das Landesinnere ist Heimat zahlreicher Greifvögel, u.a. Bussarde, Falken und Adler (Wedgetail Eagles), letztere gehören zu den größten der Welt.

Nicht vergessen werden darf die phantastische Unterwasserwelt Australiens. Auf Tauch- und Schnorchelsafaris am Externer Link Great Barrier Reef und am Ningallo Reef (Westaustralien) kann man einen Eindruck von der unglaublichen Artenvielfalt an Fischen und Pflanzen bekommen. Der bekannteste Süßwasser- und Speisefisch ist der Baramundi, ein Barsch, der in mehreren Arten vorkommt.

In den Gewässern um Australien ist eine große Vielfalt unterschiedlichster Fischarten und Meeressäugetiere anzutreffen. In den südlichen Gewässern sind einige Walarten heimisch, und an Teilen der Südküste, auf den Inseln der Bass-Straße und in Tasmanien kommen Seehundkolonien vor. In den nördlichen Gewässern gibt es in großen Zahlen Dugongs (Gabelschwanzseekühe), Trepangs (Seewalzen), Rochen und Birnschnecken. Essbare Fische und Schalentiere existieren in großen Populationen, und die Austernkolonien, Seeohren (Abalone) und Krebstiere in den südlichen, wärmeren Gewässern werden kommerziell genutzt. Außerdem sind hier auch ungefähr 70 Haifischarten heimisch, von denen einige dem Menschen gefährlich werden können. Der Lungenfisch von Queensland gehört zur ältesten australischen Tierart. Seine Entwicklungsgeschichte reicht auf die Zeit noch vor der Entstehung von Gondwanaland zurück. Lungenfische, die gelegentlich auch als "lebendiges Fossil" bezeichnet werden, atmen über eine Lunge und nicht wie andere Fische über Kiemen.

Pinguine und Seehunde leben an den Küsten Victorias (Phillip Island), Südaustralien (Kangoroo Island) und Tasmanien (Bruni Island). Meist sind es die kleineren Arten (Fairy Penguins), die soweit nördlich der Antarktis gefunden werden.

Auch im Bereich der Wirbellosen gibt es u. a. bei Insekten, Spinnen und Erdwürmern eine Vielfalt von Arten, deren Entwicklung noch vor der Entstehung von Gondwanaland erfolgte. Die meisten Insektenarten aus dieser Evolutionsperiode sind in Australien anzutreffen und umfassen Fliegen, Käfer, Schmetterlinge, Bienen und Ameisen. Die Riesentermiten im Norden von Australien bauen gewaltige Termitenhügel, die eine Höhe von bis zu sechs Metern erreichen können. Erdwürmer kommen in großer Vielfalt vor; besonders auffällig sind die Riesenwürmer in Victoria, die mit einer Körperlänge von 0,9 bis 3,7 Metern die größten der Welt sind. Viele australische Spinnenarten sind giftig, so auch die weitläufig bekannten Trichternetzspinnen und Rotrückenspinnen.

Tip:
Zur Tierbeobachtung gehören für den Touristen Teleobjektiv oder Fernglas zu den unbedingt empfehlenswerten Werkzeugen. Frühes Aufstehen, am besten in der Morgendämmerung, verhilft ebenfalls zu Erfolgserlebnissen bei der Tierbeobachtung.
 
Früh morgens ist nicht nur das Licht sehr schön, sondern viele Tiere sind jetzt besonders aktiv, bevor es richtig heiß wird und sie jede unnötige Bewegung vermeiden. Damit das frühe Aufstehen und die Geduld beim Warten auf den richtigen Schnappschuss auch mit tollen Fotos belohnt wird, sollte es schon ein gutes Fotoequipment sein, das da mit auf die Reise geht. Auf Externer Link enjoyyourcamera.com gibt es für jede Kameramarke das passende Zubehör und für die besonderen Lichtverhältnisse in der Morgendämmerung die Externer Link passenden Filter. Es wäre doch schade, wenn nach so viel Selbstdisziplin nur ein besseres Handybildchen dabei herausspringen würde.

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Aktualisiert am 26.11.2004