Australien Fauna
Gefährliche Tiere - Sonstige
- Box Jellyfish
- Irukandji Jellyfish
- Blauring Krake
- Bluebottles
- Steinfisch
- Kegelschnecke
- Dornenkronenseestern
- Hydroiden
- Riesenameise
- Zecke
Box Jellyfish
Die Seewespe gehört mit 15 weiteren Arten in die Ordnung der Würfelquallen (Cubomedusae).
Die bläulich schimmernde Seewespe hat einen Schirmdurchmesser von etwa 20 - 30 cm. Der
Schirm der Qualle hat meist die Form eines Würfels mit abgerundeten Kanten, von dem sich
auch ihr Name ableitet. An den vier Kanten des Schirmes befinden sich einzelne oder
ganze Bündel von Tentakeln. Die Unterseite ist tief ausgehöhlt, so dass das Mundrohr,
das sich vor allem bei leerem Magen weit in die Subumbrellahöhle verlagert, kaum sichtbar
ist. Durch kräftige Muskeln kann sich der Schirm mehrmals in der Sekunde zusammenziehen
und das Tier nach dem Rückstoßprinzip fortbewegen. Würfelquallen gehören
zu den schnellsten Schwimmern unter den Hohltieren. Die Seewespe ist im Pazifik zu Hause und
gehört zu den gefürchtetsten Quallen der tropischen Meere. Sie gilt als das giftigste
Meerestier der Welt. Das Gift ihrer Nesselzellen in den 3 Meter langen Tentakeln reicht
für 200 Menschen, jedes Jahr sterben mehr Menschen an dieser Qualle als an Hai-Angriffen.
Würfelquallen fressen oft mehrere Fische gleichzeitig, die sie mit ihren klebrigen
Tentakeln fangen.
Besonders häufig ist die giftige Qualle zwischen Oktober und Mai an der Nord- und Nordostküste Australiens anzutreffen. Für Badegäste bedeutet dies ein hohes Risiko, vor allem weil sie durch ihren durchsichtigen Körper auch im klaren Wasser gut getarnt ist.
- Vorsichtsmaßnahmen:
- Zwischen Oktober und Mai sollte an den nördlichen Küstengewässern, nur an mit Netzen (Stinger Nets) gesicherten Stränden gebadet werden. Tragen Sie Schutzkleidung (Neoprenanzug oder einen so genannten "Stinger-Suit" (Quallenanzug) aus Lycra), um eventuellen Kontakt mit Quallen zu vermeiden.
- Symptome:
- Sofort Schmerz, Blasenbildung und Schwellungen auf der Haut, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Herzversagen möglich.
- Erste Hilfe:
- So bald wie möglich sollte reichlich Haushaltsessig (niemals Spiritus oder Alkohol)
über die auf der Haut verbliebenen Tentakel gegossen werden. Teilweise gibt es an den
Stränden Absperrungen, mit denen die Badenden geschützt werden sollen, dort
steht auch an den Erste-Hilfe-Stellen Essig zur Behandlung der Wunden bereit. Die schwache
Säure des Essigs deaktiviert die Nesselzellen und es wird durch die noch hafteten
Tentakel kein weiteres Gift in den Körper gepumpt. Bei einem Kontakt mit der Seewespe sollte
in jedem Fall sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Notruf - Wählen Sie 000 für einen Krankenwagen.
Irukandji Jellyfish
Diese winzige, durchsichtige Qualle ist nur 1-2 cm groß mit
4 dünnen Tentakeln, die bis zu 75 Zentimeter lang werden können und ist fast komplett
unsichtbar im Wasser. Einige neu erfasste Quallenarten können auch größer sein. Die
Irukandji-Qualle ist zwar seltener, aber ist in der Tat an tropischen Inseln, dem Riff und
Stränden vorzufinden.
- Vorsichtsmaßnahmen:
- Zwischen Oktober und Mai sollte an den nördlichen Küstengewässern, nur an mit Netzen (Stinger Nets) gesicherten Stränden gebadet werden. Tragen Sie Schutzkleidung (Neoprenanzug oder einen so genannten "Stinger-Suit" (Quallenanzug) aus Lycra), um eventuellen Kontakt mit Quallen zu vermeiden.
- Symptome:
- Nach einer Berührung mit Irukandji-Quallen kann es 20 – 40 Minuten dauern, bis sich die Symptome entwickeln. Ein Stich von diesen Quallen verursacht anfangs ein leichtes Brennen auf der Haut, allgemeine Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schweißausbrüche. Der Stich von einigen Quallenarten kann zu extrem hohem Blutdruck führen und lebensgefährlich sein.
- Erste Hilfe:
- Wie bei Box Jellyfish (Seewespe).
Blauring Krake
Der sehr giftige blaugeringelte Krake (Blue Ring Octopus) lebt in den
Küstengewässern um Australien und Tasmanien. Diese Art ist ziemlich klein,
hat etwa eine Armlänge von 10 cm und wiegt im Schnitt 40 g. Es gibt etwa 10
verschiedene Arten von Blauring - Kraken, die etwas größere lebt in den
seichten Gewässern im Norden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Krabben,
Muscheln und anderen Weichtieren. Normalerweise ist der kleine scheue Krake bräunlich
und wird nur wenn er gereizt blau.
Allgemein sind Blauring-Kraken eher scheue Tiere, die den Menschen meiden. Allerdings kommt es vor, dass Blauring-Kraken bei Ebbe in den Gezeitentümpeln bleiben, um dort nach Krabben zu jagen. Die kleinen Kraken verstecken sich auch oft unter und in herumliegendem Strandgut. Meist wurden Menschen aber dennoch nur gebissen, weil sie den Kraken geärgert hatten, um die schöne Färbung hervorzurufen. In Australien versuchen deshalb oftmals Hinweisschilder, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, keine Kraken aufzuheben. Auch Taucher sind wohlberaten, bei Tauchgängen in den Riffen des Westpazifik keine Kraken zu ärgern, denn der Biss eines Kraken geht normalerweise auch durch den Taucheranzug, im Falle einer Begegnung mit einem Blauring-Kraken kann dieser fatale Folgen für den Taucher haben.
Ihr Gift zählt zu den stärksten überhaupt, es enthält Tetrodoxin, ein Nervengift. Das Gift besteht aus mehreren chemischen Substanzen, welche die Speichelflüssigkeit der Kraken enthält um ihre Feinde zu betäuben.
- Vorsichtsmaßnahmen:
- Warnschilder an Stränden, die auf die Gefahr hinweisen beachten. Kraken nicht aufheben und provozieren. Im allgemeinen sind Unfälle mit dieser Art von Kraken eher selten, trotzdem sind einige Todesfälle bekannt.
- Symptome:
- Wirkt innerhalb weniger Minuten und kann zu Atemlähmung führen. Bei einem Biss kommt es zu Lähmungserscheinungen, wenige Stunden später setzt die Atmung aus und man stirbt. Falls aber die ersten 12 Stunden durch künstliche Beatmung überstanden sind, stehen die Chancen auf ein Überleben gut, da die Wirkung des Giftes danach nachlässt.
- Erste Hilfe:
- Druckverband und Ruhigstellung des betroffenen Körperteils sind angeraten. Lange künstliche Beatmung kann nötig sein. Arzt rufen!
Bluebottles
Bluebottles (Portugiesische Galeere) sind keine echten Quallen, sondern Polypenkolonien.
Jede Portugiesische Galeere besteht aus einer Vielzahl von Polypen mit den verschiedensten
Aufgaben. Die Tiere schwimmen an der Wasseroberfläche mit Hilfe einer gasgefüllten
bläulichen Blase. Diese Blase ist an der Wasseroberfläche schwer zu erkennen und
wird bis zu 3-6 cm lang. Nach unten werden die Tiere mit Tentakeln fortgesetzt. Die
portugiesischen Galeeren können ihre Bewegungsrichtungen nicht selbständig festlegen.
Sie werden durch den Wind und die Strömung auch zu den Stränden getragen. In Australien
werden immer wieder Strände gesperrt, da es zu einem massenhaften Auftreten, in den
Monaten Oktober bis März, kommt.
Dem verständlichen Drang, sich durch das «Plop»-Geräusch beim Zertreten des Gasblase des Hohltiers Genugtuung für erlittene Qualen oder entgangene Badefreuden zu verschaffen, sollten Badegäste allerdings nicht ungeschützt nachgeben. Auch nach dem Tod der Tiere können die Nesseln noch immer ihr Gift verspritzen.
- Symptome:
- Die Tentakel verursachen einzelne deutlich erkennbare Vernesselungen, die dem Schlag mit einer Peitsche ähneln. Als lokale Effekte sind die typischen Nesseleinwirkungen zu erkennen. Die Hautirritationen haben einen Durchmesser von 1 - 2 mm und sind sehr schmerzhaft. Eine Berührung der blassblauen Tiere verursacht Übelkeit, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe und Beklemmungen bis hin zur Atemnot.
- Erste Hilfe:
- Wer trotzdem mit den giftigen Polypen in Berührung kommt, sollte keinesfalls auf vermeintlich bewährte Hausrezepte wie Essig zurückgreifen. Essig regt die Nesseln in der Haut zu noch mehr Giftabsonderung an, ebenso wie Süßwasser. Die Haut mit Salzwasser auswaschen – und dann nichts wie ab zum Arzt.
Steinfisch
Steinfische machen ihrem Namen alle Ehre, sehen einem Stein
zum Verwechseln ähnlich. Gefahr für alle barfuss laufenden Badenden. Der
Steinfisch verfügt über eine optimale Tarnung gegenüber möglichen Feinden
und ein enormes Waffenarsenal. Er ist buchstäblich bis an die Zähne bewaffnet, sein
Körper starrt vor Stacheln (ca. 72 Stück, davon 18 Giftspritzen). Die Giftstacheln
sind die kräftigsten und stabilsten und befinden sich genau an der Stelle, an der ein
Strandwanderer oder ein Taucher auf den Fisch tritt oder sich daran hält, da er ihn
für eine Korallenstück hält. Durch den Druck wird das Gift in die Stichwunde
gepresst.
- Symptome:
- Rasch einsetzender, extrem starker, brennender Schmerz. Blasenbildung an der Einstichstelle, Übelkeit, Fieber, Erbrechen, Durchfall, teilweise Lähmungen, Herz- Kreislaufstörungen, Kollaps, Atemlähmung, Tod durch Herzversagen.
- Erste Hilfe:
- Wunde sofort mit Meerwasser ausspülen. Wenn vorhanden die betroffene Stelle in
heißes Wasser eintauchen, um den Schmerz zu lindern (durch die Hitze gerinnt
das Eiweiß und die Ausbreitung des Gifts wird verzögert). Eventuelle
Stachelspitzen entfernen. Körperteil hochlagern. Sofortige ärztliche Betreuung!
Eine Injektion von Buscopan oder Kaliumpermanganat oder besser Emetinhydrochlorid in die Stichstelle behebt die Schmerzen blitzartig, wenn sie innerhalb der ersten viertel bis halben Stunde verabreicht wird. Emetinhydrochlorid neutralisiert das Gift und führt zu einer wesentlichen Besserung auf Dauer. Bei schweren Symptomen kann - falls vorhanden - Steinfisch-Antiserum verwendet werden. Das Antiserum ist nur in Australien erhältlich, kann aber zu schweren allergischen Reaktionen führen.
Kegelschnecke
Kegelschnecken sind Bewohner flacher Gewässer und
Riffe des tropischen und subtropischen Indopazifik. Die nachtaktiven Tiere sind auf Grund
ihres Aussehens ein begehrtes Sammelobjekt. Über einen komplizierten Giftapparat
können sie jedoch mit Neurotoxinen beladene Pfeile, die mit Widerhaken versehen sind,
in ihr vermeintliches Beutetier harpunieren und dabei auch Kleidungsstücke
durchdringen.
- Symptome:
- Bei Menschen kann der Kontakt mit diesen Pfeilen nach wenigen Minuten Taubheitsgefühle in der betreffenden Region ggf. Lähmungen auslösen. Unter die bekannten Lähmungserscheinungen fallen Sprachschwierigkeiten, Schluckbeschwerden, Atemlähmungen und Bewusstlosigkeit.
- Erste Hilfe:
- Druckverband und Ruhigstellung des betroffenen Körperteils sind angeraten. Es gibt noch kein spezielles Heilmittel gegen dieses spezielle Gift. Die betroffene Person muss unmittelbar in ärztliche Behandlung/ Klinik überführt werden; bei Atemstillstand sofort Beatmung vornehmen.
Dornenkronenseestern
Ursprünglich beschrieben von dem Biologen Rumphius im Jahr 1705, aber 1758 von
Linneaus mit dem wissenschaftlichen Namen Acanthaster planci betitelt,
gehört dieses Tier zu den Stachelhäutern.
Der Dornenkronenseestern besitzt zwischen 6 und 23 Arme, ausgewachsene Tiere erreichen einen Durchmesser von 30-40 cm, in seltenen Fällen aber auch mehr als 70 cm. Die Oberseite der Tiere ist mit zahlreichen, 4-5 cm langen, spitzen Stacheln besetzt. Diese Stacheln enthalten giftige Substanzen und können beim Menschen schmerzhafte Wunden in Verbindung mit Lähmungen, Erbrechen und starke Gewebeschwellungen verursachen. Die Färbung der Tiere ist recht unterschiedlich und hängt wahrscheinlich von der aufgenommenen Nahrung ab. In Australien im Great Barrier Reef sind sie beige, grau und rot, in Thailand und auf den Malediven sind sie blauviolett und auf Hawaii grün und rot. Unfälle treten meist nur bei einer großen Population statt, wobei dann auf die Tiere getreten wird oder diese angefasst werden.
Der Dornenkronenseestern zählt zu der Gruppe von Riffbewohnern, die sich von Korallen ernähren. Treten die Tiere in Massen auf, können sie Korallenriffe ganz erheblich schädigen. In Australien wurden durch Acanthaster planci zwischen 1963 und 1970 circa 250 qkm des Great Barrier Reefs bloßgelegt, allein auf Green Island wurden bis in 40 m Tiefe 80% der Korallen zerstört.
Hydroiden
Hydroiden sind Verwandte der Korallen, Quallen und Anemonen. Man findet sie häufig
in Kolonien, wobei individuelle Polypen spezifische Funktionen inne haben, z.B.
Ernährung und Vermehrung.
Winzige Stechzellen ermöglichen den Planktonfang. Berührung mit nackter Haut kann ernsthafte Stechwunden hervorrufen. Oft ist der Stich nur leicht spürbar, kann aber intensiven, wochenlang anhaltenden Juckreiz erzeugen. Kratzen kann zu offen Wunden führen und weiterer Kontakt mit Salzwasser, zu Entzündungen.
Riesenameise
Die gefährlichsten Ameisen der Welt. Sie sind bis zu 4 cm lang mit langen Kiefern, mit denen sie ihre Opfer packen, während sie zustechen. Sie sind in ganz Australien verbreitet und ihnen werden drei Todesfälle, zuletzt der eines Landwirtes aus Victoria 1988, zugeschrieben.
- Erste Hilfe:
- Anwendung von Eispackungen zur örtlichen Schmerzlinderung.
Zecke
Dies ist die giftigste Zecke der Welt, verbreitet in den östlichen Buschgebieten Australiens. In Queensland können Vergiftungen das ganze Jahr über auftreten, da durch das milde Klima die Zecken ganzjährig aktiv sind. Zecken hinterlassen nach ihrer Blutmahlzeit eine kleine juckende Bißstelle, die durch sekundäre Infektion mehr oder weniger stark gerötet und empfindlich sein kann. Etwa die Hälfte aller Zeckenbisse bleibt unbemerkt.
- Vorsichtsmaßnahmen:
- Schutz vor Zeckenbissen durch geeignete Kleidung, die möglichst viel Hautfläche bedeckt. Nach Waldspaziergängen Körper nach Zecken absuchen.
- Symptome:
- Die neurologische Symptomatik beginnt erst nachdem die Zecke schon mehrere Tage am Menschen angehaftet ist. 12 - 24 Stunden bevor die Lähmung zu erkennen ist, haben manche Patienten ein Kribbeln im Gesicht, um die Lippen und an der Mundschleimhaut, sowie der ganzen Extremitäten. Meist beginnen die Lähmungen an den Beinen. Erst kommt es zu Gangstörungen, später kommt es zu einem kompletten Versagen der Muskelkraft. Die letzte Lähmung betrifft die Atemmuskulatur. Der Patient verstirbt an einem Versagen der Atmung. In Australien ist erst 48 bis 72 Stunden nach Entfernen oder Abfallen der Zecke der Höhepunkt der Symptomatik erreicht.
- Erste Hilfe:
- Zecken müssen sofort aus der Haut entfernt werden. Wenn möglich sollte dies mit einer speziellen Zeckenzange (aus der Apotheke) erfolgen. Ist diese nicht vorhanden, fassen Sie den Parasiten mit einer Pinzette oder den Fingernägeln soweit vorne wie möglich. Durch leichtes Hin- und Herdrehen wird die Zecke gelockert und langsam nach oben gezogen. Danach wird die Bissstelle desinfiziert. Die Zecke sollte nicht, wie früher empfohlen, mit Öl oder Klebstoff entfernt werden, da hierbei der Krankheitserreger noch leichter übertragen werden könnte. Auch darf die Zecke nicht zerdrückt werden.
Quellen: Toxinfo, CRC Reef Research Center, JCU James Cook University, Marine Stingers, Department of Medical Entomology, Reef HQ Aquarium - Townsville/Queensland
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Aktualisiert am 10.06.2005