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Australien-Panorama

Australien Fauna

Gefährliche Tiere - Spinnen

Von den 1500 Spinnenarten gelten 30 als giftig. Davon können allerdings nur 2 dem Menschen gefährlich werden: die Trichternetzspinne (funnelweb spider), die im Großraum Sydney vorkommt, und die Rotrückenspinne (redback spider), die in den Trockenregionen heimisch ist.

Trichternetzspinne

Trichternetzspinne Bei der Trichternetzspinne (funnelweb spider) besteht Verwechslungsgefahr mit der Vogelspinne, da beide ziemlich groß und von ähnlicher Statur. Allerdings haben letztere meist stärker behaarte Beine mit polsteratigen Endgliedern, während die weniger behaarten Beine der Trichternetzspinne spitz enden. Die Angaben beziehen sich auf ausgewachsene Exemplare. Über die Giftigkeit der Jungtiere, die besonders in frühen Stadien viel heller als ältere Spinnen gefärbt sind, liegt keine Information vor. Körperlänge ohne Beine 1,5 bis 4,5 cm; Vorderkörper und Beine von dunkler Farbe, fast haarlos scheinend und metallisch glänzend. Hinterleib mit kurzem Haar besetzt.

Gewöhnlich fehlt ein erkennbares Muster, obwohl einige Arten eine unregelmäßige "Tarntracht" besitzen. Männliche Tiere einiger Arten besitzen einen Sporn am zweiten Beinpaar. Augen nahe zusammenliegend, Spinndrüsen am Hinterleibsende gut erkennbar. Drohgebärde: Vordere Beinpaare nach oben gestreckt, Giftklauen gespreizt, Vorderkörper aufgerichtet. Die Trichternetzspinnen bauen mit Seide ausgesponnene Röhren in den Boden oder in und an Baumstümpfen, von deren Öffnung Stolperfäden ausgehen. Einige Arten bevorzugen "Falltüren" als Abdeckung ihres Nestes, andere leben mehrere Meter hoch in alten Baumstämmen. Manchmal besitzen die Röhren einen zusätzlichen Notausgang. Die Spinnen bauen oft dicht beieinander. Männliche "Funnelwebs" verlassen ihre Röhren bei der Partnersuche und gelangen so auch öfter in Häuser, bzw. in Kleidung, wo es dunkel und warm ist. Angetroffen werden sie auch in leeren Swimmingpools, leeren Konserven-Dosen. Über Holztransporte gelangen die Spinnen ins Innere von Siedlungen. Manche Trichterspinnen-Arten sind weitgehend auf Regenwälder beschränkt.

Die am meisten vorkommende und gefürchtetste Art in Australien ist die Sydney-Trichternetzspinne. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Newcastle (nördlich von Sydney) bis Nowra (südlich von Sydney) und im Westen bis in die Blue Mountains. Das Männchen ist zwar etwas kleiner als das Weibchen, aber es ist sechsmal giftiger. Um Menschen, die von einer Trichternetzsspinne gebissen wurden, zu retten, wird im Australia Reptile Park aus dem Gift der Spinne ein Gegengift hergestellt. Gerade bei Kindern und alten Menschen können nämlich diese Spinnenbisse tödlich ausgehen.

Symptome:
Sehr starke Schmerzen, Erbrechen, starkes Schwitzen, Atemnot, Blutdruckabfall, Taubheitsgefühl bis zur Bewusstlosigkeit.
Erste Hilfe:
Sofort oberhalb der Bisswunde einen Druckverband anlegen und den betroffenen Körperteil fixieren. Sofortiger Transport ins nächstgelegene Krankenhaus, das für diese Notfälle vorbereitet ist. Der Druckverband darf nicht gelockert werden. Die klinische Behandlung umfasst: Verabreichung eines Gegengiftes, eine künstliche Beatmung und eine intensivmedizinische Überwachung. Nach einer sofortigern richtigen Erstversorgung dieses Spinnenbisses ist nach den medizinischen Aufzeichnungen bisher noch kein Todesfall gemeldet worden.

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Rotrückenspinne

Rotrückenspinne Die Rotrückenspinne (redback spider) hält den Rekord für die gefährlichsten Bisse in Australien. Kugeliger Hinterleib mit kleinem Kopf-Bruststück. Körperlänge der ausgewachsenen Weibchen etwa 1-2 cm. Beine länger als Körper, dünn. Spinnen braun bis glänzend schwarz, wirken haarlos. Auf der Unterseite eine rötliche sanduhrförmige Zeichnung, evtl. auch nur ein Dreieck, auch multiple Flecken oder fehlende Zeichnung möglich. Rücken häufig ganz schwarz, mit rotem Längsband, mehreren rötlichen Zeichnungselementen oder einem roten Strich oder Punkt an Anfang und Ende des Hinterleibs. Männchen klein mit häufig komplizierterer Zeichnung. Außerhalb des Netzes ungeschickte, hastige Bewegungen, tastet umher. Das Netz ist ein unregelmäßiges Haubennetz mit vielen Stolperfäden, häufig in Bodennähe

Symptome:
Schwitzen, Kopfschmerz, Übelkeit.
Erste Hilfe:
Ruhe bewahren, weil die Auswirkungen des Bisses erst nach Stunden oder Tagen auftreten und es ausreichend Zeit gibt ein Krankenhaus zu erreichen. Auch sollte der Patient ruhiggestellt werden. Beengende Kleidung sollte ausgezogen und der Patient warm und bequem gelagert werden. Ein Eisbeutel kann die Schmerzen lindern (Das Eis niemals direkt auf die Wunde legen!). Die Stelle der Wunde niemals erhöht lagern. Die Wunde nicht ausdrücken, aussaugen oder kratzen. Keine Getränke verabreichen. Sie beschleunigen den Transport des Giftes. Keinen Druckverband anlegen, da dieser nur die Schmerzen des Patienten verschlimmert und diese Maßnahme wegen der geringen Menge des langsam sich verteilenden Giftes nicht nötig ist.

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Vorsichtsmaßnahmen

  • Festes Schuhwerk und lange Hosen anziehen.
  • Immer geräuschvoll auftreten. Auf anstatt über Äste steigen und erst auf die andere Seite schauen.
  • 2 feste Mullbinden mitnehmen, für einen Druckverband des betroffenen Körperteils.
  • Obwohl nicht alle Spinnen giftig sind, ist es das Beste, sie alle als gefährlich anzusehen.
  • Niemals ohne vorherige Erkundung in hohle Äste, dichtes Gras, Holzstapel usw. fassen.

Quellen: Toxinfo, Australia Reptile Park

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