Direkt zum Inhalt , zur Navigation

Australien-Panorama

Australien Geschichte

Chronik der Landesgeschichte Teil 2

1901
Am 1. Januar 1901 erklärt Gouverneur Lord Hopetoun bei einer feierlichen Zeremonie im Sydney Centennial Park Australien zum "Federal Commonwealth of Australia". Die Gründung des "Australischen Bundes" aus den britischen Kolonien New South Wales, Victoria, Queensland, Western Australia, South Australia und Tasmanien ist perfekt. Das erste Bundesparlament tagt in der vorläufigen Hauptstadt Melbourne. Die Bevölkerung zählt (ohne Aborigines) 3,7 Millionen Einwohner. Sir Edmund Barton wird erster Premier Minister von Australien.
1911
Northern Territory (NT) und Australian Capital Territory (ACT) werden in die Obhut des Commonwealth of Australia gegeben.
1914-1918
Großbritannien erklärt Deutschland den Krieg - somit befindet sich Australien automatisch auch im Kriegszustand. »Australian and New Zealand Army Corps« (ANZAC) kämpfen an der Seite Großbritanniens im ersten Weltkrieg. Die Schlacht am 25.4.1915 bei Gallipoli (Türkei) wird für die australisch-neuseeländischen Truppen zum Waterloo mit hohen Verlusten. Der Tag ist seitdem Nationalfeiertag (ANZAC-Day).
1920
Die Fluglinie "Queensland and Northern Territory Aerial Services" (Qantas) nimmt ihren Flugbetrieb auf.
1927
Umzug von Parlament und Bundesregierung in die neue Hauptstadt Canberra (seit 12.März 1913 offizielle Hauptstadt).
1928
Am 15. Mai gründet der Presbyterianerpriester John Flynn (1880-1951) in Cloncurry (Queensland) den Aerial Medical Service (1942 wurde der Aerial Medical Service in Flying Doctor Service umbenannt und 1955 nach einem Besuch der Queen Royal Flying Doctor Service - RFDS).
1929
The Ghan erreicht erstmals Alice Springs im Zentrum Australiens.
1932
Fertigstellung und Einweihung der Sydney Habour Bridge.
1933
Um die Eisenbahndefizite zu beseitigen, erließ die Regierung den Transport Regulation Act, der Straßentransportunternehmen in Konkurrenz zur Eisenbahn verbot.
1936
Sir Reginald Myles Ansett (1909-1981) begann mit dem täglichen Flugverkehr zwischen Hamilton und Melbourne. So enstand die Ansett Airways. Für seine Verdienste um das australische Transportwesen erhob man Ansett 1969 in den Adelsstand.
1938
Erstmals werden Kunstwerke des Aborigine Albert Namatjira (1902-1959) ausgestellt. Der christlich erzogene Albert Namatjira, angehöriger des Aranda-Stammes zählt zu den bedeutendsten Landschaftsmalern Australiens. Er wuchs in der Missionsstation Hermannsburg auf, wo er im Alter von etwa zwanzig Jahren die Technik der Aquarellmalerei erlernte. Wie kaum ein zweiter Maler verstand es Namatjira, die landschaftlichen Schönheiten des "Red Centre" in seinen Bildern festzuhalten. 1954 wurde er von der britischen Königin in Canberra empfangen.
1939
Australien kämpft auf der Seite der Alliierten im Zweiten Weltkrieg.
1942
Am 19. Februar bombardieren Japanische Flieger Darwin, 243 Menschen kommen dabei um. Bis 1943 erleidet die Stadt 64 Bombenangriffe. Australien droht eine japanische Invasion. Mit Hilfe der USA gelingt es die Japaner in der Schlacht in der Korallensee zu schlagen und die japanische Invasion abzuwenden.
1951
In Alice Springs geht die erste "School of the Air" (später School of Distance Education) auf Sendung.
Australien schließt mit Neuseeland und den USA den ANZUS-Pakt ab, der US-Beistand im Falle eines Angriffs garantierte.
1953
Bis 1964 führen die Briten in der Wüste Südaustraliens Atombombentests durch. Einen Schutz bzw. eine Umsiedlung der dort lebenden Aborigines fand damals nicht statt. 1994 zahlte die Regierung an die Aborigines 13,5 Mio. Dollar Entschädigung für die in der Wüste durchgeführten Atomversuche. Wenn auch die Verseuchung dieser Gegend und damit die dadurch verursachten Leiden der Aborigines nicht in Geld aufzuwiegen sind, so setzt man zumindest ein Zeichen für ein moralisches Umdenken und einen Beginn des gegenseitigen Verstehens.
1954
Beitritt Australiens zur SEATO (South East Asia Treaty Organisation).
1956
Austragung der 16. Olympischen Sommerspiele in Melbourne.
1966
Abschaffung des Englischen Pfunds - Einführung des Australischen Dollars.
1967
Per Referendum sprechen sich 90,7% aller Australier dafür aus, sämtliche Aborigines diskriminierenden Gesetze abzuschaffen.
1973
England tritt der Europäischen Gemeinschaft bei, Australien verliert dadurch seinen wichtigsten Exportmarkt. Australien konzentriert sich fortan auf den asiatischen Markt.
Queen Elizabeth II. eröffnet nach 14-jähriger Bauzeit das Opernhaus in Sydney.
Patrick White (1912-1990) erhält als erster Australier den Literatur-Nobelpreis.
1974
Am 24.Dezember verwüstet der Zyklon »Tracy« mit Spitzengeschwindigkeiten von 217 km/h die Stadt Darwin zu 90%, dabei kommen 65 Einwohner um.
1975
In der Verfassungskrise von 1975 versuchte eine Mehrheit zwischen der Liberal Party of Australia und National Party of Australia im australischen Senat den Premierminister Gough Whitlam zu einer Neuwahl des Australian House of Representatives zu erwirken. Sie verschoben die Abstimmung für die Bereitstellung von Geldern für finanzielle Aufwendungen der Regierung. Premierminister Whitlam erteilte diesen Forderungen immer wieder eine Absage. Als sich die Lage zuspitzte entläßt der Generalgouverneur von Australien John Kerr die Regierung am 11. November 1975 und ernennt Malcolm Fraser zum neuen Premierminister.
1976
Das 'Aboriginal Land Rights Act' regelt die Rückgabe wichtiger Stammesterritorien an die Urbevölkerung.
1983
Buschfeuer und Überschwemmungen nach langer Dürreperiode, besonders betroffen sind Victoria, Südaustralien, das Nordterritorium, Queensland und Westaustralien.
1984
»Advance Australia Fair«, die Überarbeitete Version eines patriotischen Songs des letzten Jahrhunderts ersetzt als Nationalhymne »God Save The Queen«
- Hörprobe - Advance Australia Fair (.mid-Format)
oder als .mp3-Format
1985
Der Monolith Ayers Rock und die benachbarten Olgas werden in einer symbolischen Zeremonie an die Anangu, die Ureinwohner der Region zurückgegeben und heißen wieder Uluru und Kata Tjuta.
1988
Bicentennial: Ab 26. Januar glanzvolle Feiern zum 200. Jahrestag der Landung der ersten weißen Siedler. Begleitet werden die Feiern von den Protesten der Ureinwohner.
1989
Aborigines im Northern Territory erhalten Selbstverwaltungsrechte.
1990
Die verschiedenen Aborigines-Stämme wählen erstmals Vertreter für die "Aboriginal and Torres Strait Islander Comission" (ATSIC) als Regierungsvertretung der australischen Urbevölkerung.
1991
Ein Bericht einer königlichen Kommission, der im Mai mit der Zielsetzung angefertigt wurde, die Todesfälle von Aborigines in polizeilichem Gewahrsam genauer zu untersuchen und zu hinterfragen, enthielt Beweise für rassistisches Verhalten der Polizeikräfte und beinhaltete über 300 Empfehlungen zur Verbesserung des interethnischen Verständnisses und des Selbstbestimmungsrechtes der Aborigines.
1992
Der Oberste Gerichtshof erkannte im Juni in einem Präzedenzfall das Bestehen von Ansprüchen auf Land vor der ersten Besiedlung durch die Europäer im Jahr 1788 an. Das so genannte "Mabo-Urteil" besagte, dass es Aborigines und Bewohnern der Inseln in der Torresstraße möglich sein sollte, ihren Rechtsanspruch auf Grund und Boden als Urbewohner geltend zu machen, sofern sie in der Lage seien, eine "enge und dauerhafte" Beziehung mit dem zur Diskussion stehenden Gebiet nachzuweisen. Eddie Mabo Bewohner der kleinen Murray Island, gelegen vor der Küste Nord-Queenslands, hatte den Staat verklagt, weil ihm sein Land zu Unrecht von den Weißen weggenommen worden sei. Er war bereits verstorben, als die Richter zugunsten von Mabo entschieden haben.
1993
In einer eindrucksvollen Rede erkannte Premier Keating zum Jahr der Ureinwohner (Year of the Indiginous People) die Benachteiligung der Aborigines an - ein wichtiger Schritt zum Verständnis zwischen den Völkern.
Die Bundesregierung ratifizierte den so genannten Native Title Act, der durch die Errichtung eines Bundesgerichts zur Gültigkeitserklärung bereits bestehender Rechtstitel auf Land die beiden unterschiedlichen Rechtsprechungsaspekte in Einklang bringen und Entschädigungszahlungen leisten sollte, sofern die Ansprüche der Aborigines für bereits erloschen erklärt wurden. Es wurden vorläufig eine Million US-Dollar für Entschädigungszahlungen aufgewendet.
Die meisten Staaten übernahmen eine mit dieser Regelung zu vereinbarende Gesetzgebung, mit Ausnahme von Western Australia, wo die Interessen der Bergbaugesellschaften besonders stark vertreten sind. Man schätzt, dass bis zu 40 Prozent des gesamten Staatsgebiets letztendlich infolge der Ansprüche im Rahmen des Native Title Act an Aborigines zurückgegeben werden müssten. Die Regierung von Western Australia hat ganz im Gegenteil sämtliche Regelungen hinsichtlich der Rechtsansprüche von Ureinwohnern abgeschafft und sieht jetzt nur noch "Rechte auf traditionelle Nutzung" des Landes vor.
Dezember
Zum Jahreswechsel wüten verheerende Buschbrände vor allem in der Umgebung von Sydney. Der Blue Mountains National Park wird besonders schwer heimgesucht.
1995
Der Oberste Gerichtshof beschloss, dass der Native Title Act volle Rechtsgültigkeit besitze und erklärte die gegensätzliche Gesetzgebung von Western Australia für verfassungswidrig. Die Regierung von Western Australia hat ganz im Gegenteil sämtliche Regelungen hinsichtlich der Rechtsansprüche von Ureinwohnern abgeschafft sah nur noch "Rechte auf traditionelle Nutzung" des Landes vor. Western Australia prozessierte vor dem Obersten Gerichtshof gegen die Regierung des Bundes und stellte die Rechtskraft des aus dem Jahr 1993 stammenden Beschlusses in Frage.
Australiens Bevölkerung ist auf 18 Millionen Menschen angewachsen.
1996
März
Nach dreizehnjähriger Labor-Herrschaft kann das Bündniss von Labor und National Party einen überwältigenden Wahlsieg feiern. John Howard, Vorsitzender der Liberalen, wird 25. Premierminister.
Juli
Im Northern Territory tritt das Gesetz zur aktiven Sterbehilfe (Euthanasie) in Kraft.
1997
Beginn der Bauarbeiten für das Olympische Dorf in Sydney.
1998
Nach langen Diskussionen beschließt die Verfassungsgebende Versammlung, Australien solle sich von der britischen Krone lösen.
1999
Bei der Volksabstimmung im Januar stimmte die Bevölkerung mit einer Mehrheit von 55 Prozent gegen die Schaffung einer Republik und bleibt somit formal eine Monarchie.
Die Regierungen von South Australia und dem Northern Territory beauftragten Asia Pacific Transport, ein Konsortium unter amerkanischer Leitung, um den Bau der Bahnstrecke von Adelaide nach Darwin endlich fertigzustellen.
2000
Mehrere Protestmärsche mit bis zu einer halben Million Teilnehmern für die Rechte der Aborigines, sie spiegeln das geänderte Rechtsbewusstsein der weißen Australier wieder.
In Sydney werden die 27 Olympischen Sommerspiele der Neuzeit eröffnet. Und zeigt mit einer atemberaubenden Eröffnungsfeier und kolossalen Olympiastätten, dem Rest der Welt dass man hier doch nicht "Down Under" ist. In der Eröffnungsfeier wurde die Dreamtime (Traumzeit) der Aborigines und dann die Erschließung des Landes durch die weißen Siedler in einer wunderschönen Show im Olympiastadion gezeigt.
Cathy Freeman Cathy Freeman entzündete das Feuer - Die Olympische Flamme ist zu einem politischen Feuer geworden - Die Aborigines feierten am Tag nach der Eröffnungszeremonie in Sydney die Entzündung des Olympischen Feuers durch "ihre" 400-m-Weltmeisterin Cathy Freeman und werteten die Geste des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als einen Schritt zur politischen Aufwertung.
2001
Die Wahlen zum Repräsentantenhaus am 10. November 2001 bestätigten die liberal-nationale Koalition erneut mit über 3% Stimmenzuwachs. John Howard wurde zum dritten Mal in Folge Regierungschef. Der Wahlkampf war geprägt durch Asylfragen und die internationale sicherheitspolitische Lage in der Folge der Terroranschläge auf die USA vom 11. September 2001.
Eine zehnprozentige Konsumsteuer auf alle Güter und Dienstleistungen wurde eingeführt. Kurz GST (Goods and Services Tax). Sie sollte viele Bagatellsteuern ersetzen.
2001/02
Zum Jahreswechsel zerstören riesige Buschfeuer in New South Wales weite Flächen des Royal National Parks und des Blue Mountains National Parks. Knapp 200 Häuser fallen den Flammen zum Opfer.
2003
Januar
Die Regierung entsandte 2000 Militärangehörige, zwei Schiffe, Hubschrauber und ein Kampffliegergeschwader in die Golf-Region zur Unterstützung des US-amerikanischen Feldzuges gegen den Irak.
April
Nach der Einnahme der irakischen Stadt Umm Kasr durch die Alliierten zog Australien seine Kriegsschiffe wieder aus dem persischen Golf ab.
Die australische Regierung ließ das umstrittene Flüchtlingslager Woomera schließen. Woomera liegt im Süden von Australien hochgesichert auf einem ehemaligen Raketentestgelände in der Wüste. Internationale Menschenrechtsorganisationen hatten wiederholt die Zustände in dem Lager kritisiert, in dem bei seiner Schließung noch 77 Flüchtlinge, überwiegend aus Afghanistan und Irak, untergebracht waren. Mit Hungerstreiks und anderen Protestaktionen hatten Insassen wiederholt auf die ihrer Ansicht nach unmenschlichen Bedingungen aufmerksam gemacht. Um die illegale Einwanderung nach Australien zu unterbinden, führte die Regierung u.a. eine neue Regelung ein, wonach Flüchtlingsboote schon auf dem Meer abgefangen und die Insassen auf den Inseln Papua-Neuguinea oder Naura interniert werden können.
Mai
Die australische Regierung vedächtigte die nordkoreanische Regierung, sich am Drogenschmuggel in Australien zu beteiligen. Zuvor hatte die australische Küstenwache ein nordkoreanisches Schiff mit großen Mengen Heroin an Bord abgefangen. An Bord befand sich ein Mitglied der nordkoreanischen Regieungspartei, der das Schiff auch gehörte. Der Gesamtwert des sichergestellten Heroins wurde auf rund 45 Millionen Euro geschätzt.
Der australische Generalgouverneur Peter Hollingworth legte sein Amt nieder. Hollingworth, der als Repräsentant der britischen Königin Elizabeth II. faktisch Staatsoberhaupt von Australien ist, begründete seine Entscheidung mit dem gegen ihn erhobenen Vorwurf, in den 1960er Jahren eine Frau vergewaltigt zu haben. Hollingworth, der frühere anglikanische Erzbischof von Brisbane, wies den Vorwurf zurück. Die Justiz stellte ihre Ermittlungen gegen Hollingworth ein, nachdem die Angehörigen des angeblichen Vergewaltigungsopfers ihre Klage zurückgezogen hatten. Dennoch akzeptierte Ministerpräsident Howard den Rücktritt des Generalgouverneurs. Zum Nachfolger von Hollingworth wurde im Juni 2003 Michael Jeffrey ernannt.
2004
Januar
Die Bahnlinie zwischen Adelaide und Darwin wird fertig gestellt. Der "Ghan" nimmt den Fracht- und Personenverkehr auf.
Februar
Nach dem Tod des 17-jährigen Aborigine Thomas Hickey im Zuge einer Polizeiverfolgung kommt es in Sydney zu Ausschreitungen australischer Ureinwohner.
Juli
Wenige Monate vor den Parlamentswahlen steht der konservative Premier John Howard wegen des umstrittenen Einsatzes australischer Soldaten im Irak massiv unter Druck.
Oktober
John Howard gewann die Parlamentswahl zum vierten Mal in Folge. Am Samstag den 09.10.2004 wählten die rund 13 Millionen Wahlberechtigten bei der Parlamentswahl die 150 Abgeordneten im Unterhaus neu und bestimmten ferner die Zusammensetzung von 40 der 76 Mandate im Senat.

Seitenanfang

Geschichte - Weiterführende Links

  • Geschichte Bis 1893
    • Geschichte Teil 2 - 1901 bis Gegenwart