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Australien-Panorama

Aborigines

Traumzeit Geschichten

Die folgenden Geschichten sind von verschiedenen Stämmen. Sie sind nicht allgemeingültig für alle Stämme, da es nie sowas wie eine einheitliche Sprache oder Kultur gegeben hat. Es gibt jedoch viele Ähnlichkeiten und Parallelen.

Die Sonnen-Frau und der Mond-Mann

Das Leben war schwer für die Aborigines, als die Welt noch jung war, denn sie hatten weder Licht noch Wärme. Sie mußten im Dunkeln jagen und ihre Beute roh essen.

Eines Tages als Purukupali (der erste Mann auf der Welt) und sein Kumpan Japara zwei Stöcke aneinander rieben, nur so um zu sehen was passieren würde, entdeckten sie zufällig die Kunst Feuer zu machen.Purukupali erkannte sofort die überwältigende Bedeutung dieser Entdeckung. Er hatte etwas gefunden, was die Dunkelheit vertreiben, Wärme spenden kann und zum kochen der Beute dienlich war. So gab er seiner Schwester Wuriupranala ein großes Stück brennender Baumrinde und seinem Freund Japara gab er ein kleineres Stück und sagte zu ihnen, daß egal was passiert, sie dürften dieses Feuer nie ausgehen lassen.

Als das Entstehungszeitalter zu einem Ende kam und die mythischen Gestalten sich in Lebewesen, Pflanzen und Naturgewalten verwandelten wurde Wuriupranala zur Sonnen-Frau und Japara zum Mond-Mann.

So ist es, daß morgens wenn die Sonnen-Frau im Osten aufsteht mit ihrer brennenden Fackel aus Baumrinde, daß die Aborigines ihre Lager verlassen und Nahrung suchen gehen. Wenn Mittags die Sonne den Höchststand erreicht und Wuriupranala ein Feuer macht um ihr Essen zu kochen wird es so heiß, daß alle im Schatten ruhen. Nachmittags wenn Wuriupranala gegessen hat setzten sie ihre Suche fort bis die Sonnen-Frau hinter dem westlichen Horizont verschwunden ist.

Es kommt dann die Zeit wo Japara der Mond-Mann mit seiner kleineren Fackel seine Reise über den Himmel macht um der Nacht ein Licht zu geben.

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Die Herkunft des Feuers
(von den Stämmen an der nordwest Küste Australiens)

Das Feuer kam vom Himmel, wo zwei Brüder Kanbi und Jitabidi, nahe dem Kreuz des Südens, am Himmel lebten. Zu diesem Zeitpunkt gab es sonst nirgends im Universum Feuer.

Als aber Nahrung knapp wurde in der Himmelwelt gingen Kanbi und Jitabidi zur Erde hinab und brachten ihre Feuerstöcke mit. Sie errichteten ein Lager, legten ihre Feuerstöcke auf den Boden und gingen auf die Jagd nach Opposum.

Die Beiden blieben sehr lange weg und die Feuerstöcke fingen an sich zu langweilen. So fingen sie an miteinander zu spielen im Geäst eines Baumes und im Gras. Das hatte zur Folge, daß sie ein Buschfeuer entfachten.

Als die beiden Brüder den Rauch sahen, gingen sie sofort zurück zu ihrem Lager, fingen die Feuerstöcke ein und brachten sie wieder an ihrem Platz in der Himmelwelt zurück.

Es geschah, daß eine Gruppe von Aborigines dieses Buschfeuer gesehen und auch dessen Wärme gespürt hatten. Sie verstanden den Wert, welches dieses neue Element haben konnte sofort und nahmen einen brennenden Ast mit in ihr Lager. Seit jener Zeit haben jetzt alle Aborigines Feuer, was früher nur den Brüdern vom Kreuz das Südens gehört hat.

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Das Erste Känguruh

Kangaroos - by Colin Atkins
Kangaroos
© Colin Atkins

Die ersten Känguruhs wurden von einem gewaltigen Sturm auf das australische Festland geblasen. Diese Reise war so erschöpfend, daß sie nicht landen konnten, obwohl ihre Hinterbeine schon gewachsen waren in dem Versuch Fuß zu fassen.
Es war zu dieser Zeit, daß eine Gruppe von Aborigines auf der Jagd waren, als dieser große Sturm über das Land fegte und Bäume, Gräser und Büsche entwurzelte. Als die Jäger nach oben schauten sahen sie unter den umherfliegenden Trümmer ein Kängaru, daß vom Sturm fortgetragen wurde.

Noch nie hatten sie ein solches Tier gesehen, mit einem kleinen Kopf, kurzen Armen, großen Körper und Schwanz; mit langen, kräftigen Beinen, die immer wieder versuchten den Boden zu berühren. Aber jedes mal wenn sie den Boden berührten wurden es erneut von einem Windstoß in die Luft geschleudert. Doch während einer kurzen Windstille bemerkten die Jäger ein Kängaru, welches sich im Geäst eines Baumes verfangen hatte, zu Boden gefallen war und davon hoppelte. Sie wußten, daß ein so großes Tier genug Nahrung für viele Menschen sein würde. Also zog der gesamte Stamm dorthin wo die Jäger das Tier gesehen hatten, denn es war gutes fruchtbares Land mit Wasser und Früchten in den Bäumen.

Aber es dauerte noch lange, bis die Aborigines gelernt hatten das größte und schnellste aller australischen Tiere zu fangen.

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Die Woma und Kunia Schlangen-Menschen

Zwei Gruppen der Schlangen-Menschen, die Woma und die Kunia lebten einst in den zentralen Wüstenlandschaften. Jeden Tag gingen Sie jagen und kehrten abends zurück in ihr Lager wo sie die Tiere kochten, die sie tagsüber gefangen hatten.

Mit der Zeit jedoch verließen die Kunia Schlangen-Männer den weichen Sand und warmen Sonnenschein der Wüste um in den Felsen des Gebirges zu jagen. Also entschieden sie eines abends am Lagerfeuer, nach einer langen Diskussion, daß die Schlangen-Menschen sich trennen sollten. Das neue Zuhause der Kunia soll dann die Felsen im nahegelegenen Gebirge sein.

Eine große Familie der Kunia ließ sich zwischen den Felsbrocken nieder. Sie lebten an der östlichen und südlichen Seite vom heute als Ayers Rock bekannten Felsen wo sie in Frieden nach Nahrung suchten.

Aber eines Tages kam eine Gruppe von giftigen Lira Schlangen-Menschen aus dem Westen und griffen die harmlosen Kunia an und töteten sie alle.

Heute sind die Körper und die Lagerstätten der Kunia als eine Gruppe von großen Felsbrocken, am Fuße von Ayers Rock, zu sehen.

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Die Numbakulla und die ersten Menschen
vom Stamm der Aranda, Zentral Australien (Alice Springs Gegend)

Der Mythos besagt wie in vergangenen spirituellen Zeiten, zwei große Wesen, die Numbakulla im westlichen Teil des Himmels lebten. Von dort sahen sie eine Anzahl von embryonaler Wesen, die Inapatua und es war ihre Pflicht daraus Männer und Frauen zu machen.

Diese Inapatua kauerten unter Felsbrocken am Rande der Salzseen; die Umrisse der einzelnen Körperteile nur erahnbar erkenntlich waren. Sie konnte weder sehen, hören noch sich bewegen. Die Numbakulla kamen zur Erde herab mit ihren Steinmesser, nahmen die unfertigen Körper der Inapatua und fingen an aus ihnen Menschen zu machen. Mit ihren Messern machen sie zuerst die Arme und Beine und dann am Ende der Gliedmaßen machten sie vier Einschnitte; Finger und Zehen. Mit Ihren Messern öffneten die Numbakulla die Augen und Mund jedes einzelnen und mit ihren Fingern formten sie Nasen und Ohren.

Allmählich vermehrten sich diese neugeformten Wesen und verteilten sich über das Land, sammelten Nahrung und gehorchten den komplexen Gesetzen des Stammes mit all ihren Verhaltensweisen und Sitten, welch nur den Männer und Frauen des Aranda Stammes zu eigen ist.

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Wie die Sonne Entstanden ist

Es war die Zeit, in der es nur den Mond und die Sterne gab, Vögel und andere Tiere, aber noch keine Menschen.

Emu Dinewan und seine Gefährtin Brogla hatten in der Nähe von Murrumbidgee einen heftigen Streit miteinander, und vor lauter Wut schleuderte Brogla mit aller Kraft ein riesiges Ei aus Dinewans Nest in Richtung Himmel. Das zerbrach dort oben auf einem Haufen Holzfeuer, der sich entzündetete und die Welt erhellte. Alle Geschöpfe der Welt waren erstaunt und geblendet von der Helligkeit und Schönheit der Welt. Ein guter Geist im Himmel entschied sich deshalb, jeden Tag so ein Feuer zu entfachen. Mit Hilfe von anderen Geistern wurde jede Nacht Holz für das Feuer gesammelt und am Ende der Nacht der Morgenstern als Bote für das baldige Entzünden des Feuers ausgesandt.

Mit der Zeit fanden die Geister, dass diese Art von Ankündigung nicht ausreicht, da die Schlafenden nicht sehen. Jemand in der Dämmerung sollte Lärm machen. Lange überlegten die Geister, wer diese Aufgabe übernehmen könnte, bis sie eines Abends das wie Gelächter klingende Schreien des Kookaburras (in der Aboriginesprache Goo-goor-gaga genannt) hörten. Dieses Gelächter war genau richtig, und der Kookaburra erhielt den Auftrag jeden Morgen vor Sonnenaufgang mit seinem Gelächter die Schlafenden zu wecken. Falls er dies nicht mehr tun sollte, drohten die Geister damit kein Sonnenfeuer mehr zu entzünden und die Welt im Dämmerzustand zu belassen. Aber der Kookaburra war und ist auch heute noch bereit das Licht der Welt zu retten und so erhallt jeden Morgen das laute Geschrei des Eisvogels durch die weiten Lüfte Australiens: "Goo goor gaga, goo goor gaga, goo goor gaga!"

Die Geschichte geht noch weiter. Sie beschreibt, wie die Götter jeden Morgen das Feuer entfachen, wie das kleine Feuer zu einem lodernden Feuer wird und sengende Hitze verbreitet, bis hin zum Abend, an dem nur noch die rote Glut übrig ist, die schnell erlischt und am nächsten Morgen beim Schrei des Kookaburras wieder von neuem entfacht wird.

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Aborigines - Weiterführende Links

Aktualisiert am 26.11.2004