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Australien-Panorama

Australien Fauna

Gefährliche Tiere - Krokodile

Die Gefahr ist fast unsichtbar. Zwei sumpffarbene Augen und ein Paar olivgrüne Nasenlöcher liegen gut getarnt im Wasser, ein Krokodil. Plötzlich schnappt es zu.

Todesfälle sind eher selten, im Northern Territory hat es in den letzten 27 Jahren nur 7 Todesfälle und 14 in ganz Australien, gegeben.

Von den Menschen gefürchtet und wegen ihres kostbaren Leders und essbaren Fleisches gejagt, waren diese Reptilien in den 60er Jahren in Australien vom Aussterben bedroht. Jährlich wurden hunderttausende Tiere abgeschlachtet, um den Modemarkt mit Krokodilleder zu versorgen. Erst in den 70er Jahre wurde das Leistenkrokodil durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Seit dem ist jeder kommerzielle Handel mit Leistenkrokodilen oder Produkten aus deren Leder weltweit verboten. In den 80er Jahren wurden an den Küsten viele Naturschutzgebiete eingerichtet. Die Tiere in Krokodilfarmen gezüchtet und später wieder ausgewildert, somit konnte das Aussterben der Art verhindert werden.

Salzwasserkrokodil

Salzwasserkrokodil Leistenkrokodile (Saltie) sind die größten Krokodile der Welt. Männliche Tiere erreichen in der Regel eine Länge von 4m, Ausnahmen mit bis zu 8 m Länge sind eher selten anzutreffen und können über 100 Jahren alt werden. Lebensraum der Krokodile sind die Küstengewässer, brackige Flussmündungen und Mangrovensümpfe in den nördlichen Regionen von Western Australia, Northern Territory und Queensland. Dieser wechselwarme Jäger ernährt sich von Fischen, Vögeln und Säugetieren. Auch Menschen sollten stets auf der Hut vor diesen gefährlichen Reptilien sein. Gerade in der Fortpflanzungszeit sind sie besonders reizbar und Weibchen äußerst bissig, wenn sich irgendetwas ihren Eiern nähert.

Wenn es Zeit ist, Eier zu legen, baut das Weibchen einen Bruthaufen aus Laub und Erde. Er gleicht einem Komposthaufen, in dem die Eier bei einer Temperatur von 32 Grad ausgebrütet werden. Krokodileier unterscheiden sich stark von anderen Eiern, zum Beispiel Hühnereiern. Hühner und andere Vögel legen Eier, die unterschiedliche Farben haben können. Krokodileier sind immer weiß. Sie sind oval und haben eine harte Schale und eine innere, sehr robuste Eihaut. Während Hühner ihre Eier drehen, damit das Baby nicht an der Schale festklebt, würde ein Krokodilbaby dabei in der Eiflüssigkeit sterben. Der Embryo setzt sich stattdessen oben an der Eihaut fest, wo er sich dann weiter entwickelt. Krokodile legen ihre Eier meistens mitten in der Nacht. Das Weibchen muss alle seine Eier legen und verstecken, bevor Eiräuber das Nest bemerken. Brütende Krokodilweibchen sind sehr aggressiv. Wenn sich etwas ihrem Nest nähert, greifen sie sofort an. Das müssen sie tun, denn sonst würde ihre Art nicht überleben. Trotzdem fallen immer wieder Krokodilnester Räubern zum Opfer. In Australien fallen 80 Prozent aller Leistenkrokodileier Schweinen zum Opfer.

Nach 90 Tagen regen sich die Kleinen in ihren Eiern. Mit ihrem Eizahn sägen sie einen Schlitz in die Eischale. Sobald sie das geschafft haben, stecken sie ihren Kopf heraus und rufen nach Hilfe. Die Mutter kommt und öffnet den Bruthügel. Mit ihrem Maul holt sie ihre Babys aus dem Nest und trägt sie zum Wasser. Man sollte denken, dass der schwerste Teil damit überstanden ist. Aber jetzt geht es erst richtig los, denn nun müssen es die kleinen Krokodile mit all den Raubtieren aufnehmen, die in einem Fluss leben - ohne den Schutz ihrer Eltern. Für große Fische, Schildkröten, Schlangen, andere Krokodile, Wildschweine, Raubvögel und Haie sind sie ein gefundenes Fressen.

Für den Menschen sehr gefährlich.

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Süßwasserkrokodil

Süßwasserkrokodil Das Süßwasserkrokodil (Freshie) wird ca. bis um 2m lang, in Ausnahmefällen auch bis 3m. Es ist verbreitet in den nördlichen Teilen Australiens (Northern Territory, Queensland und Western Australia) und lebt in ruhigen, salzfreien Binnengewässern. Seine Schnauze ist auffallend schmal und lang gezogen. Es ernährt sich hauptsächlich von kleineren Fischen, Fröschen, Küken von Wasservögeln, größere Insekte oder kleinen Wasserschildkröten. Die Legezeit des Australienkrokodils ist im August und September. Das Weibchen gräbt dann, in der Nähe von Wasser, ein Loch. Dort legt es die Eier hinein. Meistens etwa 20 Stück. Etwa im November/Dezember dann schlüpfen die Jungen. Diese sind vom ersten Tag an selbständig. Das Süßwasserkrokodil existiert nur in Australien.

Für den Menschen gilt es im allgemeinen als nicht gefährlich. Es ist scheu und zieht sich bei menschlichem Kontakt zurück. Wenn es in die Enge getrieben oder belästigt wird, kann es jedoch sehr aggressiv werden und ihre scharfen Zähne können ernste Verletzungen zufügen.

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Verhaltensregeln

  • Bei den lokalen Behörden informieren wo es Krokodile gibt, bevor sie baden, angeln oder campieren, auch Hinweisschilder beachten.
  • Salzwasserkrokodile kommen auch in Süßwassergebieten (Teichen, Flüsse etc.) und insbesondere in den Brackwasserzonen an Flussmündungen vor.
  • Schwimmen in Krokodilgebieten ist nur etwas für Lebensmüde, ebenso das Füttern der Tiere, egal ob "freshie" oder "saltie".
  • Bei Bootsfahrten keine Körperteile oder sonstiges über den Bootsrand hängen.
  • Wenn Wasserlöcher durchfahren werden und der Beifahrer vorgeht, um Untiefen aufzuspüren, ist besondere Aufmerksamkeit geboten.
  • Besonders riskant ist das Lagern in Ufernähe, Wasser- und Lebensmittelvorräte sollten mindestens 5 m vom Lager entfernt aufbewahrt werden, am besten im Auto. Abfälle nicht achtlos wegwerfen, sondern tief vergraben oder sammeln und wieder mitnehmen.
  • Um Nester von Krokodilen einen großen Bogen machen! Krokodile sind dort besonders reizbar und die Weibchen äußerst bissig.

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Erste Hilfe

  • Falls doch noch was zu Retten ist, die Blutungen so gut es geht stillen und noch nicht abgetrennte Gliedmasse fixieren und auf dem schnellsten Weg ins nächste Krankenhaus.

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