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Australien-Panorama

Australien Fauna

Ökologische Probleme

Seit der Besiedlung Australiens durch die Europäer sind insgesamt 20 Säugetierarten und 16 Vogelarten ausgestorben. Weitere 15 Vogelarten und 38 Säugetierarten sind entweder gefährdet oder unmittelbar vom Aussterben bedroht. Der Grund für diese Entwicklung liegt in der zunehmenden Zerstörung des natürlichen Lebensraumes und auch der Einführung fremder Arten, die mit den einheimischen Arten um Nahrung konkurrieren, ihren Lebensraum zerstören oder einheimische Tiere jagen. Die Einführung vor allem von Kaninchen, Füchsen, verwilderten Katzen, Schweinen, Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden, Kamelen und afrikanischen Wasserbüffeln wirkte sich auf die natürliche Flora und Fauna in höchstem Maß schädlich aus.

Die weiträumigsten Zerstörungen richtete wahrscheinlich das europäische Kaninchen an, das 1788 mit der Ersten Flotte nach Australien kam. Die folgenschwere Übersiedlung dieser Tiere wird jedoch auf das Jahr 1859 datiert, in dem Thomas Austin 24 Wildkaninchen als Jagdwild nach Australien brachte und sie auf seinem Grundbesitz in der Nähe von Geelong in Victoria aussetzte. Unter den idealen Voraussetzungen der australischen Wildnis, in der nur wenige natürliche Feinde des Kaninchens lebten, vermehrten sich die Tiere unglaublich schnell und wurden bald schon zur Landplage. Im frühen 20. Jahrhundert schätzte man die Gesamtzahl der Kaninchen auf etwa 500 Millionen. Zur Bekämpfung der Kaninchenpopulation führte man deshalb 1951 den Myxomatosevirus ein, der bei Kaninchen zum Tod führt. Etwa 20 Jahre lang blieb diese Art der Schädlingsbekämpfung wirksam, doch dann wurden die Tiere gegen das Virus immun und erholten sich zahlenmäßig, so dass man heute von 300 Millionen Kaninchen in Australien ausgeht. Abgesehen von der Zerstörung der Flora weiter Landstriche und damit auch des natürlichen Lebensraums von einheimischen Tierarten verursachen die Kaninchen indirekt auch die Erosion des Bodens und richten auf Weideflächen und Anpflanzungen von Kulturpflanzen beträchtlichen Schaden an.

Kamele und Pferde haben sich bei der Erschließung des Landes verdient gemacht. Nach ihrer Freilassung haben sie sich in freier Wildbahn zügig vermehrt. Mittlerweile ziehen große Herden wilder Pferde (Brumbies) und Kamele durch die Steppen des Landes. Zwischen 1840 und 1907 wurden rund 20.000 Kamele als Arbeitstiere nach Australien importiert. Ergebnissen einer Studie der Nationalparkverwaltung zufolge gibt es heute zwischen 600.000 und 750.000 Kamele in Australien. Es wird eine Verdopplung des Bestandes alle acht Jahre vorhergesagt. Kamele werden wegen der Überweidung und Verschmutzung von Wasserlöchern als schädlich für das sensible australische Ökosystem betrachtet. In Alice Springs finden jährlich Kamelrennen statt. Für den abenteuerlustigen Touristen werden Kameltouren in das Outback angeboten.

Im Northern Territory lebt außerdem eine große Zahl ausgewilderter Wasserbüffel, die durch die Präsenz in den sensiblen Feuchtgebieten erheblichen Schaden anrichten. Wilde Ziegen sind in vielen Regionen ein Problem. Sie fressen alles, urinieren in Wasserstellen (was sonst kein Tier macht) und zerstören durch ihre Kletterkünste neben empfindlicher Felsvegetation auch Zeichnungen der Aborigines in Höhlen und Felsüberhängen.
Füchse und ausgewilderte Katzen sind als Fleischfresser ohne natürliche Feinde und stellen eine ernsthafte Bedrohung für einheimische Tiere dar. Um sie zu kontrollieren, werden Giftköder (poisoned baits) ausgelegt oder per Flugzeug verteilt.

Die Fortpflanzung von Riesenkröten (Agas), die der Schädlingsbekämpfung in den Zuckerrohrfeldern Queensland dienen sollten, geriet außer Kontrolle. Sie vermehrten sich munter und haben sich auf große Teile des tropischen Ostens ausgebreitet.

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